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Am Fusse der Alpen, an der westlichen Grenze, liegt
die älteste ständig bewohnte Siedlung städtischen Ranges im Karpatenbecken
ist. In den vergangenen Jahrhunderten erhöhten viele das Ansehen der 43 n. u.
Z. gegründeten, fast 2000 Jahre alten Stadt, der ehemaligen Colonia Claudia
Savaria. Der Legende nach wurde Septimus Severus hier zum Kaiser ausgerufen,
aber auch die Kaiser Marcus Aurelius und Constantinus besuchten die Colonia oft.
Hier ist Martin geboren, der später Bischof von Tours wurde und der nach seinem
Tode heiliggesprochen wurde.
Zahlreiche Funde erinnern an die Geschichte der Stadt aus der Römerzeit. Es
gibt jedoch noch einen den die Öffentlichkeit noch nicht besichtigen konnte.
Beim Bau des heutigen Rathauses hat man einen Stein aus der Römerzeit gefunden,
dessen Inschrift beweist, dass damals am gleichen Ort ein Rathaus stand.
Bombardierung
Sonntag, der 4. März 1945. Vielleicht der traurigste Tag der Chronik der Stadt.
Die englischen Bomber griffen in vier Wellen den Bahnhof, den Flughafen an, aber
sie bombardierten die ganze Stadt. Ungefähr 300 Leute kamen an dem Tag ums
Leben, 70 % der Gebäude der Stadt erlitten Schäden, 312 Häuser wurden
vernichtet, 1200 wurden unbewohnbar. Am Ende des Krieges hatte nur noch jede fünfte
Szombathelyer Familie eine Wohnung, die nach den Luftangriffen übriggebliebenen
Güter nahm die sowjetische Armee zu sich.
Wiederaufbau
An der Ende März begonnenen Enttrümmerung nahmen auch Zivile teil, der eine
freiwillig, der andere aus Zwang. Anfang April entstand die provisorische
Polizei und wurde das Typhuskrankenhaus eröffnet. Innerhalb von einigen Wochen
gab es wieder Trinkwasser und Strom, der Eisenbahnverkehr und der Postdienst
wurden in Gang gesetzt. Der Wiederaufbau begann auch im Bereich der Politik. Die
Betriebe wurden verstaatlicht, die Dörfer um die Stadt herum wurden an
Szombathely angeschlossen, die Toren "der einstigen Königin der westlichen
Randgebiete" wurden durch die nahe Grenzzone zugesperrt.
Politischer Wiederaufbau
Am 9. April 1945 konstituierte sich die Szombathelyer Organisation der
Nationalkomitee. Die Wahlergebnisse vom 4. November verwirklichten aber die
Hoffnungen der Regierung nicht: 53 % der Szombathelyer unterstützten nämlich
die Kleinwirten, 36% die Sozialdemokraten, und nur 9% stimmten für die
Kommunisten. Der bisherige Obergespan wurde abgelöst, der Verwaltungsapparat
wurde umorganisiert, in der Stadt wurden kommunistische Versammlungen
organisiert. Der im Komitat Vas geborene Esztergomer Erzbischof József
Mindszenty charakterisierte die Zeit authentisch, nach der eine beinahe 4
Jahrzehnte lange Diktatur folgte.
Oktober 1956
Die Revolution 1956 hatte auch in Szombathely ihre Todesopfer, mehr als fünfhundert
Menschen wurden zur Verantwortung gezogen, 156 wurden zur Freiheitsstrafe
verurteilt und fünfzig in die Sowjetunion deportiert.
Wieder auf den Wege der Entwicklung
In den 60er-70er Jahren gab es in Szombathely stille Bauarbeiten: auf den die
Stadt umgebenden Gebieten wurden monumentale Wohnsiedlungen und grosse öffentliche
Institute gebaut, mit der Modernisierung des Massenverkehrs wurde die Strassenbahn
liquidiert, und zwecks der Verbesserung der allgemeinen Stimmung wurden
grandiose Festivals und grossangelegte Sportveranstaltungen organisiert. Die
Anzahl der Bevölkerung der Stadt verdoppelte sich im Vergleich zu der nach dem
Krieg, und Szombathely wurde zu Ende des 20. Jahrhunderts wieder das grösste
Handels- und Kulturzentrum des Grossraums.
Heute ist die moderne Stadt mit 85.000 Einwohnern
durch die vielen Denkmäler und die wunderschönen Umgebung zum Zentrum der
unteren Alpen (Alpokalja) geworden.
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